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Energieunion: Transparenz und Effizienz für Gasmarkt

Spiegel Online

 

Energieunion: Strategische Versorgungssicherheit


Die Kosten für Energieimporte haben sich in rund vier Jahren verdoppelt. Der Gasmarkt gerät zusehends unter Kritik, es fehlt an Effizienz. So der Standpunkt der Europäischen Energieunion. Es braucht Solidarität und gezielte Massnahmen und Mechanismen, um dem latenten Dilemma zu entrinnen.

 

Energieunion: Alternativen zur Gaskrise - Podiumsdiskussion

 

Expertengespräch zur Gaskrise. Dr. Erhard Busek, Vorsitzender des IDM, Adam Janczak, stv. Stellvertretender Direktor des Departements für EU-Wirtschaftspolitik im polnischen Aussenministerium, Krzysztof Blusz, Vizepräsident des Think Tanks demosEUROPA – Zentrum für europäische Strategie, Janez Kopac, Direktor des Energy Community Sekretariats Wien und Mag. Johannes Benigni, Direktor des JBC Asia analysieren unter der Moderation von Otmar Lahodynsky, Nachrichtenmagazin Profil, die aktuelle Situation. Gibt es Auswege aus der Krise?

Gas: 10 Jahre Krise 

 

Die seit 10 Jahren schwelende Energiekrise betrifft ganz Europa. Die Region CEE ist besonders betroffen. Massnahmen auf nationaler Ebene sind unzureichend, es braucht gemeinsames Vorgehen, um dem Problem ein Ende zu setzen. Darüber sind sich die Experten einig. Der Gasmarkt erweist sich als ineffizient. Europa braucht klare Verhältnisse. In vielen Belangen braucht es einen neuen Zugang, zumal eine neue Energiekrise zu befürchten ist. Es ist Pessimismus zu erkennen. Bulgarien beispielsweise ist komplett von Energieimporten abhängig. Polen hat den steinigen Weg gemeistert und die Problematik entschärft, doch nur ein gemeinsames Vorgehen auf europäischer Ebene kann nachhaltige Erfolge sichern. Die Experten denken dabei an ein 6-Säulen-Modell.

 

Energiemix zur Versorgungssicherheit

 

Transparenz am Gasmarkt

 

Um dem illustren Treiben am Gasmarkt ein Ende zu setzen braucht es geeignete Gesetze. Nur damit kann die erforderliche Verbindlichkeit geschaffen werden. Diversifikation und Transparenz haben einen besonderen Stellenwert, um die Abhängigkeit von externer Seite einzudämmen. Das  Framework in Verbindung mit ausgeklügelten Reporting-Mechanismen sollte letztlich geeignet sein, eine  angemessene Marktorientierung zu erzielen und die Zulieferer an europäische Werte wie Kontinuität heranführen. Basierend auf Freiwilligkeit und dabei ohne Opt-Out sollen klare Verhältnisse geschaffen werden, Notfallplan inklusive. Russland gilt als Unsicherheitsfaktor mit enormer Sprengkraft, doch ohne Gas kein Geld. Dazu kommt, dass die ESA bislang nicht alle Mechanismen im Einsatz hat, es gibt Spielraum.

 

Energiemix: Versorgungssicherheit für Europa

Politik ohne Durchblick

 

Die Machtposition der US scheint ungebrochen, Shale-Oil boomt. Die EU ist unter Druck, die Politik sieht hilflos zu, es fehlt der Durchblick. So die vernichtenden Worte Benignis: Steuervorteile werden restlos ausgenutzt mit der Folge, dass Energie den Schlupflöchern folgend quer durch die Lande geschippert wird. Polen hat als einziger die Hausaufgaben gemacht, was Naturgas betrifft. Der Markt ist nervös und die intransparente Diskontpolitik denkbar ungeeignet, Investoren für den Ausbau der Infrastruktur zu locken. Dass Gas aus Kanada in die USA geliefert wird hilft der Union nicht weiter. Russland sitzt sichtlich am längeren Ast, die EU verliert. Von CO2-Emissionen ganz abgesehen geht es zudem um Jobs. Kurzum: Ein Embargo gegen Russland wäre Selbstmord, so der Experte. Peak Oil als Theorie hat ebenfalls ausgedient, die Kostenfrage bestimmt die weiteren Schritte.

Bedrohliche Importabhängigkeit

 

Das Volumen der Importe ist schwer zu kompensieren. Der nicht existente Markt für Gas geht ins Geld und wird vorsichtig als peinlich umschrieben, Monopolisten diktieren das Framework. Gazprom nutzt seine Position, die politische Zerschlagenheit der Union macht die Lage nicht besser. Die letzten Wochen haben die strukturellen Schwächen greifbar gemacht, nur Solidarität in Verbindung mit einer tragfähigen Infrastruktur kann die Spielereien beenden. Smart Grids und Erneuerbare Energien kommen ins Spiel, Energieeffizienz gewinnt an Bedeutung. Es braucht, so die Experten, neue Konzepte und Visionen, um nicht wie bisher von Krise zu Krise zu schreiten. Koks statt Gas ist nicht unbedingt im Sinne der erforderlichen Energiewende, LNG aus Spanien eine komplexe Sache, doch wo sind die Netze? Rein theoretisch gäbe es Gas in rohen Mengen – wären nicht die enormen Kosten für die Infrastruktur. Doch Investoren wollen Planbarkeit, ohne Rendite macht`s keinen Sinn.

In Österreich jedenfalls könnte der Strombedarf bereits 2020 zu 100 % mit Erneuerbarer Energie gedeckt werden. Vorausgesetzt, die Energiewende wird konsequent realisiert.

       

Text & Fotos: Thomas Winkler

Press-Media Syndicate Int.