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Karin Kadenbach

Spiegel Online

 

K. Kadenbach - MEP

Lebensqualität erhalten!


Gesundheitsversorgung für alle
 

Europa steht aktuell an einem Scheideweg. Die vergangenen fünf Jahre waren geprägt vom Umgang mit der Finanzkrise, die sich  zu einer nachhaltigen Wirtschaftskrise entwickelt hat. Eine von Neoliberalismus beeinflusste europäische Politik hat das  Credo des Sparens zur Maxime erhoben. Die Auswirkungen waren auch auf die Gesundheitssysteme einzelner Mitgliedstaaten  verheerend. Durch Kürzungen bei den Gesundheitsausgaben, vor allem auch bei der Prävention, tritt aber statt Einsparungen  langfristig genau der gegenteilige Effekt ein: Anwachsen der Krankheitskosten, Ausfälle von Arbeitskräften und Nachteile  bei der Wettbewerbsfähigkeit. Investitionen in die Gesundheitssysteme tragen zum Abbau von Ungleichheiten bei, schaffen  Arbeitsplätze und sind die Grundlage für eine höhere Lebenserwartung. Wir stellen eine soziale Gesundheitspolitik in den  Mittelpunkt und werden uns für diese auch zukünftig im Europäischen Parlament stark machen.
 
Hohe Lebensqualität erhalten


Unsere Lebensqualität ist natürlich stark von unserer Umwelt abhängig: Welche Qualität haben die Luft und das Wasser, die  uns umgeben? Welche Nahrungsmittel nehmen wir zu uns? Das Europäische Parlament hat sich erst kürzlich für ambitionierte  und vor allem auch verbindliche Klimaziele bis 2030 ausgesprochen. Unter anderem durch die Schaffung hochqualifizierter  Arbeitsplätze im Umweltbereich – sogenannter "green jobs" – können wir die Bewältigung der Finanzkrise mit einer  umweltfreundlichen Politik vereinbaren. Eines meiner Hauptanliegen ist außerdem der Ausstieg aus der Atomenergie.  Stattdessen müssen wir erneuerbare Energien, die möglichst in Europa produziert wurden, fördern. Es braucht ein Umdenken  hin zur Energiewende, hin zu mehr Nachhaltigkeit. Nur so können wir garantieren, dass auch unsere Kinder und Enkel eine  lebenswerte Zukunft haben.
 
Renaissance der Atomkraft droht

Hinter den oben genannten Klimazielen birgt sich auch eine Gefahr: Die Renaissance der Atomkraft.  Trotz warnender  Beispiele wie Tschernobyl und Fukushima benutzt die Atomlobby die Klimapolitik der EU gerne als Argument für ein  verstärktes Setzen auf Atomenergie. Gäbe es eine volle Kostenwahrheit, würden alle Kosten vom Bau über Atommülllagerung bis  hin zu den Folgen eines möglichen Unfalls miteingerechnet werden, wäre Kernenergie alles andere als billig. Da beim  Uranabbau ein massiver CO2-Ausstoß besteht, ist auch das „Argument“ einer quasi CO2-freien Energieform nicht überzeugend.  Daher verlangen wir SozialdemokratInnen den europaweiten Ausstieg aus der Atomenergie.
 
Energieabhängigkeit verringern

Mit der verstärkten Förderung von erneuerbaren Energien senkt sich auch das Risiko von Energieabhängigkeiten. Nicht zuletzt  der Konflikt in der Ukraine zeigt, wie instabil eine solche  Abhängigkeit ist. Jährlich werden 500 Milliarden Euro für den  Ankauf von Energie aus Drittstaaten verwendet. Mit der Investition derselben Summe in erneuerbare Energien und  Energieeffizienz könnten zahlreiche neue nachhaltige und qualitativ hochwertige Arbeitsplätze geschaffen werden.
 
Es geht um viel in Europa. Im Sinne der Menschen und der Umwelt gilt es, neue Wege zu gehen.

 

Foto: Keinrath