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Griechenland : Gute Vorsätze

Spiegel Online

Pünktlich zum Jahreswechsel hat Griechenland die Ratspräsidentschaft übernommen. Die  Benchmarks und reichlich Turbulenzen bilden eine anspruchsvolle Kulisse für nachhaltige Erfolge. Neue Ideen, Visionen und Konzepte sollen den tragfähigen Grundstein für eine glorreiche Zukunft bilden.

 

 

 

Wien. S.E. Themistoklis Dimidis, Botschafter der Hellenischen Republik, präsentiert die Prioritäten der aktuellen Ratspräsidentschaft. Gemeinsam mit Richard Kühnel, Vertreter der Europäischen Kommission in Österreich, steht er einem geladenen Publikum Rede und Antwort. Hochrangige Vertreter aus Demokratie, Politik und Wirtschaft haben Gelegenheit, einen durchaus interessanten Blick hinter die Kulissen zu werfen. Der Fokus liegt auf Wachstum, Beschäftigung und Kohäsion. Die Trendwende ist Pflicht, wobei eine Harmonisierung aus Steuerpolitik und Wachstum unabdingbar ist.  Die vertiefte Integration der Eurozone soll auch in unruhigen Zeiten Stabilität garantieren, Griechenland setzt auf Innovation und Transparenz.

Wirtschaftsmotor Tourismus
Neue Konzepte und Ideen sollen den Tourismus nachhaltig stärken. Qualität schafft Nachhaltigkeit, strukturelle Verbesserungen auf der ganzen Linie sind die einzige Chance, neue Werte und damit Wettbewerbsfähigkeit zu schaffen. Die Worte des Botschafters lassen Stolz und reichlich Lob über die Erfolge der letzten Jahre erkennen, auch wenn diese nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Demokratie will eben als Prozess verstanden werden, das geht nicht von heute auf morgen. Die Krise hat die strukturellen Schwachstellen ersichtlich gemacht, und hier wird konsequent angesetzt. Unter der Hand jedoch sind Schuldzuweisungen zu vernehmen, der Süden braucht eine ideologische Neuausrichtung um nicht zu sagen eine neue Überlebensstrategie. Wachstum ist dabei nur ein Aspekt. Es braucht ein freundliches Framework für Investitionen. Transport und Schifffahrt bieten wie auch der Tourismus ausreichend Möglichkeiten für Wachstum, wobei speziell innovative Lösungsansätze gefragt sind.
Maritimes belebt Agenda
Die Visionen Griechenlands beinhalten durchwegs traditionelle Klassiker einer Ratspräsidentschaft, welche dank der sehr konkreten Vorgaben des Europäischen Umweltbüros EEB merklich an Dynamik gewinnen. Der Bereich Maritimes wirkt wie eine erfrischende Brise, die neue Strategien bedeuten könnte. Erneuerbare Energie, Fischerei und Küstentourismus prägen die Position des „Blauen Wachstums“, wie es die Hellenen stolz bezeichnen. Die Grenzpolitik verlangt ein ausgesprochenes Fingerspitzengefühl, zumal einige schwelende Konflikte erkennbar sind. Die Flüchtlingspolitik ist als weiterer Schwerpunkt klar erkenntlich gepostet, die Unruhen im Umfeld hinterlassen sichtbare Spuren. 
Europäischer Zusammenhalt in der Krise
Griechenland setzt gezielt auf Solidarität. Es gilt, den europäischen Gedanken zu stärken, was wohl einiges an Aufklärungsarbeit bedeutet. Doch das erfordert Taten. Speziell im Bereich der Korruption wäre einiges zu klären. S.E. Botschafter Dimidis ortet die Ursache im Bereich Waffenschmuggel. Die daraus entgangenen Steuern kämen angesichts der leeren Kassen gerade recht. Doch Krise und Hilfsgelder verlieren an Gewicht, wenn Öl und Gas ins Rennen kommen. Die entdeckten Rohstoffe kämen Europa zugute. Leider ist den Ausführungen des Botschafters nicht zu entnehmen, zu welchen Konditionen.

 

Text & Bild: Thomas Winkler

Press-Media Syndicate int.

Michelle Knabl